Über Uns

Sagt der Prolet zur Kultur: „Willst du mit mir gehen?

( ) Ja
( ) Nein
(X) Lass mal lieber nen Blog machen.”

 

Die Kultur und der Prolet. Ein ungleiches Paar, das verrät schon das grammatikalische Geschlecht. Was noch lange nicht heißt, dass es nicht zusammenpasst.
Der Beweis dafür sind wir.

 

unnamed_kKilian Hauptmann

Kilian ist der heimliche Vater des Blogs und begeistert immer wieder mit der Passion für seine Brotbabys! Der in rauen Mengen von ihm konsumierte Wein verwandelt sich unverzüglich in fluffig weiche Brotlaibe und macht Herrn Hauptmann zum Messias der Gruppe. Obwohl auch eine optische Verwandtschaft mit Jesus naheliegt, versteht er sich selbst eher als die bayerische Inkarnation von Pocahontas. Er wehrt sich gegen die Sexualisierung von Netflix (& Chill) und propagiert dessen eigentlichen Sinn: Netflix & Procrastination! Stilsicher hat er blau-grüne Kapuzenpullover und den Man-Bun frühzeitig kulturfähig gemacht und ist, geprägt durch die Passauer Schule, Fachmann für Filmwissenschaft und Semiotik geworden.

 

unnamed_tTheresa Langwald

Theresa puts the „Proll“ in „Proleten” und hat sich von der Musikdiktatorin unfreiwillig zur Helene-Fischer-Expertin gemausert. Trotz zahlreicher Angebote seitens renommierter Zuckerwattefabriken weigert sie sich, das Geheimnis ihrer weichen Locken preiszugeben. Nicht, dass sie es nötig hätte mit name dropping zu punkten, aber auch der mindestens münsterweit bekannte Prop de Fuchs gehört zu ihren Klienten. Neben ihrer PR-Tätigkeit unterrichtet sie uns in der Teppichzentrale in alternativen und rückenschonenden Gymnastikübungen und sorgt so für allumfassende Fitness und Frohsinn. Abgerundet wird ihre strahlende Persönlichkeit durch ein entzückend wildes Auge und die regelmäßigen Flachwitz-Battles mit Kilian H.

 

unnamed_jJürgen Gabel

Jürgen, Codename „Die Gabel”, überzeugt vor allem durch seine Horst-Schlämmer-Parodie sowie als leidenschaftlicher Zwiebelliebhaber in allen erdenklichen Situationen. Er hat nach eigenen Angaben keinen Musikgeschmack, und wenn er sich gerade nicht den sphärischen Klängen Rachmaninoffs hingibt oder an seinem Nasenspray hängt, vertreibt er sich seine Zeit mit (wirklich) netten Dates. Als Poet unter den Proleten verliert er sich gerne in den Tiefen der deutschen Gegenwartslyrik und ist im Begriff, in der Münsteraner Avantgarde Fuß zu fassen. Sein augenscheinlich seriöses Auftreten steht den schreckenerregenden (oder auch erschreckend erregenden) Grunzgeräuschen, die er gerne mal unvorhergesehen produziert, diametral entgegen. Aber fragen Sie ihn doch selbst nach den süßen Seerobbenbabys Kussi und Bussi!

 

unnamed_aAlix Michell

Alix, früher knapp an der Grenze zum Emo-Teenager vorbeigeschrammt, treibt sich heute als Glitzerfee, bewaffnet mit Blender-Bottle und Wire-Ball, am liebsten auf diversen Festivals herum. Ganz nach Superheldinnenenmanier verwandelt sie jedes Gericht in einen Smoothie und cruised mit ihrem schwarzen Batmobil durch diverse Battlegrounds unserer Gesellschaft. Als Pionierin der Performancekünste ist sie in der Lage diese auch einmal ganz anders zu deuten. Zwischen der grell blinkenden (H)Indiedisko in ihrer Küche und den unzähligen Bücherstapeln, die sie als ehemalige Studierende der Buchwissenschaft Buchmessie angesammelt hat, bleibt nur eine abschließende Frage: Frau M., stimmt es, dass Sie bei Ihrem Umzug versucht haben, ihre Freunde umzubringen?

 

unnamed_m2Jasmina Janoschka

Mina hält nicht viel von langen Vorspielen, sie kommt direkt zur Sache: Engagiert setzt sie sich für den Zusammenhalt der Kulturproleten ein und bringt nicht zuletzt durch die in hoher Auflage erschienene Advents-CD ein bisschen Familienfeeling in die Fünfsamkeit. Ehrgeizig und gut organisiert kämpft sie neben der Uni auch für die kunstgeschichtliche Anerkennung des Meerschweinchens, dem anmutigsten Lebewesen, das weit und breit existiert. Über ihre Leidenschaft für Fantasyromane und mopsgesichtige Socken hinaus, beglückt sie uns hingebungsvoll mit lustigen bis verstörenden YouTube-Videos. Mithilfe ihres Migrationshintergrunds und ihrem subversiven Charme verschleiert sie stets gekonnt ihre saarländische Herkunft: Lassen wir uns also begeistern von der fulminant-sprudelnden Supporterin leopardengemusterter Blousonjacken und ihren teegetränkten Goldlocken.

 

Da tut sich natürlich ein breites Sammelsurium auf. Aber keine Angst: Entscheiden muss sich hier niemand! Wir tun’s auch nicht. Nicht zwischen Mopssocken und Büchermessie, nicht zwischen Rachmaninoff und Helene Fischer und schon gar nicht zwischen Jesus und Pocahontas. Denn der Prolet, der kann alles. Er ist Arbeiter, ist Schaffender, wie wir alle. Wir kreieren, wir formen in einem Netz, das sich aus Gesellschaft über Politik, bis hin zur Kunst entspannt – kurz: Kultur. In diesem Netz ist der Sprung von einem Teil des vermeintlich ungleichen Paares zum anderen gar nicht mehr weit und der Blog wird Bühne für Kultur und Prolet. Hier sollen die beiden zusammenkommen können, um die Dinge beim Namen zu nennen, anstatt sie sphärisch zu umschippern. Mit der Kultur und dem Proleten wollen wir hinpacken, hinsehen. Denn wir finden tatsächlich, die beiden passen ziemlich gut zusammen. Nein, mehr noch – wir finden, sie sollten unbedingt gemeinsam stattfinden. Wenn das passiert, bieten sie sich mal feurige Schlagabtausche, mal stehen sie füreinander ein und machen sich gegenseitig stark. Denn wie das bei einem ungleichen Paar eben so ist: Was sich liebt, das neckt sich.

 

 

©Photos by David Hartfiel (www.davidhartfiel.de)

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