Zwischen Knackwürstchen, Fako und Verwesungsgestank: Sexualpathologie in Heinz Strunks Der goldene Handschuh (2016)

2. März 2017 / 3 comments

Jetzt will er Rache nehmen dafür und für überhaupt alles, was ihm angetan wurde. […] Er stellt sich vor, eine Frau bei vollem Bewusstsein zu sprengen. Dann schwimmt der Boden im Blut, es bildet sich ein Blutsee.((Strunk, Heinz: Der goldene Handschuh. Hamburg 42016, S. 190; Im Folgenden zitiert als: DGH)) Vor gut einem Jahr bescherte…

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Das Handschuh-ABC – Heinz Strunks Der goldene Handschuh

26. Februar 2017 / 0 comments

„Ich könnte Fotzen fressen wie Kartoffelsalat.“((Soldaten-Norbert in einem Gespräch mit WH3, aus: Heinz Strunk: „Der goldene Handschuh“, S. 175)) Heute vor genau einem Jahr wurde Heinz Strunks siebter Roman Der goldene Handschuh veröffentlicht, der von dem Hamburger Serienmörder Fritz Honka handelt. Auf rund 250 Seiten erzählt Strunk von Verwahrlosung, Alkoholexzessen und sexueller Abartigkeit, die letztendlich…

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Maskulin*identität_en außerhalb der (polnischen) Norm – Queerer Aufstand in Miron Białoszewskis A Memoir of the Warsaw Uprising

20. Februar 2017 / 1 comment

“For twenty years I could not write about this. Although I wanted to very much. I talked. About the uprising. To so many people. All sorts of people. So many times. And all along I was thinking that I must describe the uprising” – Miron Białoszewski ((MWU S. xii.)) Miron Białoszewski (1922-1983) ist ein polnischer…

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Arbiträre Körper. Männlichkeit und Muskelprotze in dem Popmagazin Konkret Heft 2, 1984

13. Februar 2017 / 1 comment

Als wir uns für das Projekt der Maskulin*identität_en entschieden haben, widmeten wir uns dem Diskurs als einem sehr aktuellen. Wie weite Teile der Gender- und Gender-Rights-Debatte, die derzeit geführt wird, ist jedoch auch die Frage nach Identitäten abseits des patriarchalen und kapitalistischen Mainstreams eine Neuauflage von Diskursen, die so in der zweiten Hälfte des letzten…

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Postfaktizität

4. Dezember 2016 / 3 comments

Postfaktizität, das ist wohl das Wort, in dem Fall das Modewort des Jahres 2016. Unzählige Publikationen greifen den Begriff auf, vor allem als Beschreibung für die Ursache gleich mehrerer politischer Erdrütsche von Brexit bis Donald Trump zu Norbert Hofer. Postfaktizität, das ist der Abschied von den Fakten und die Hinwendung zur gefühlten Wahrheit, die „man…

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Frisch von der Messe: derb, nachdenklich und volle Lotte Pop.

27. Oktober 2016 / 0 comments

derb Ich stehe in der Messebuxe vom Verbrecher Verlag und lese ein Gedicht. Ein schönes Buch, sagt die junge Verlagsfrau neben mir mit weicher Stimme und lächelt mich an. Ich schlage das Buch zu und blicke noch einmal auf den Titel. Fotzenfenderschweine. Ja, sage ich belegt und lächle zurück. Wenn ein Buch eine saftige Seemannsbeleidigung…

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Tod der Filmkritik

30. September 2016 / 0 comments

Die Kritik in der Kritik: Was für die Literaturkritik schon längere Zeit diskutiert wird, ist für die Filmkritik schon längst Realität. Die Filmkritik hat Flachatmung und ist dem Tode nah. Ein sehr kurzes Plädoyer für die Wiederauferstehung der Analyse. Der Berliner Verleger Jörg Sundermeier beklagte jüngst bei dem Branchendienst Buchmarkt.de den Niedergang der Literaturkritik, welche…

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(Ron Winklers) Lyrik als Heilmittel gegen den Rechtsruck?!

9. September 2016 / 2 comments

Die Woche nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Es läuft gut für die AfD, das kann man nicht leugnen und man fragt sich, wie es passieren konnte, dass eine Partei mit solch eigensinnigen Ansichten und einer solch weltfremden Interpretation der Realität, ja, geradezu einer Pippi-Langstrumpfesken Zurechtbiegung ebendieser Realität, zweitstärkste Partei werden konnte. Ich frage mich das…

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Die Instrumentalisierung des Schulddiskurses in Max Frischs Andorra – Teil III

18. Juli 2016 / 0 comments

Teil III: Antisemitische Tendenzen Anknüpfend an die mangelnde Konkretheit in der Verarbeitung des nationalsozialistischen Kontextes, die in Teil II: Modell vs. Zeitgeschichte behandelt wurde, empfiehlt sich eine kritische Re-Lektüre des Dramas im Hinblick auf die darin anklingende antisemitische Disposition. Andorra entwickelte sich zu Max Frischs erfolgreichstem Drama1 und wurde im deutschsprachigen Raum vorwiegend positiv rezipiert….

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Die Instrumentalisierung des Schulddiskurses in Max Frischs Andorra – Teil II

11. Juli 2016 / 0 comments

Teil II: Modell vs. Zeitgeschichte Während sich die Abhandlung der Bildnisthematik in der vergangenen Woche vornehmlich auf der inhaltlichen Ebene von Max Frischs Drama Andorra bewegte, ermöglicht die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Modellcharakter und zeitgeschichtlichen Referenzen eine Verbindung von inhaltlichen und gestalterischen Aspekten. Gleich der Bildnisthematik hat auch das Modell ‚Andorra‘ seinen Ursprung im…

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